
„Gratulation an beide ŠKODA Duos zu diesem tollen Ergebnis bei dieser langen und anspruchsvollen Rallye“, so H. Michal Hrabánek, Chef der ŠKODA Motorsport Aktivitäten. „Es war ein harter Test auch für die Technik, den wir ausgezeichnet bestanden haben. Die beiden Piloten haben ihr Potenzial aufgezeigt.“
Nach ereignisreichen 386,73 Wertungskilometern erreichten die ŠKODA AUTO Deutschland Junioren Sepp Wiegand/Frank Christian als Dritte das Ziel. „Ende gut, (fast) alles gut. Leider habe ich nach einem Fehler heute noch Platz zwei verloren“, so Wiegand, der auf der 52,3 Kilometer langen „Königsprüfung“ Almodovar am Sonntagvormittag zunächst von der Strecke gerutscht war und anschließend mit einem Getriebeproblem zu kämpfen hatte.
Nachdem das Team den Schaden im Mittagsservice behoben hatte, „habe ich das Auto wie eine Feder durch die Prüfung getragen“, erklärte Wiegand. „Dank der Punkte für Rang drei haben wir unsere Gesamtführung in der WRC-2 weiter ausgebaut. Glückwunsch an unsere Markenkollegen Esepekka Lappi und Janne Ferm, sie waren hier in Portugal eindeutig besser!“ Für Wiegand/Christian war der dritte Platz in Portugal das dritte Podiumsergebnis beim dritten Start 2013. Nach dem Sieg bei der Rallye Monte Carlo feierte das Duo bei der Rallye Schweden ebenfalls den dritten Platz.
Wie für die Deutschen war es auch für Esapekka Lappi/Janne Ferm der erste Start in Portugal. „Ich bin überglücklich“, so Lappi. „Der ŠKODA Fabia S2000 ist fantastisch gelaufen. Das ist ein wunderbares Ergebnis. Einfach ein tolles Wochenende für uns und das ganze ŠKODA Team. Wir haben noch viel zu lernen, aber wir haben uns hier in dem guten Licht vorgestellt. Unser Dank gehört der ganzen Mannschaft, die sich um das Auto perfekt gekümmert hat.“
Endstand der Rallye Portugal
1. Sébastien Ogier/ Julien Ingrassia VW Polo R WRC 04:07:38,7 h
2. Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen Citroën DS3 WRC + 00:58,2 min
3. Jari Latvala/Miikka Anttila VW Polo R WRC + 04:04,5 min
4. Evgeny Novikov/Ilka Minor Ford Fiesta RS WRC + 05:27,7 min
5. Nasser Al-Attiyah/Giovanni Bernacchini Ford Fiesta RS WRC + 07:43,5 min
6. Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula VW Polo R WRC + 09:39,8 min
7. Martin Prokop/Michal Ernst Ford Fiesta RS WRC + 15:04,2 min
8. Mads Østberg/Jonas Andersson Ford Fiesta RS WRC + 11:52,7 min
9. Al Qassimi/Martin Scott Citroën DS3 WRC + 15:56,9 min
10. Esapekka Lappi/Janne Ferm ŠKODA Fabia S2000 + 16:21,0 min*
14. Sepp Wiegand/Frank Christian ŠKODA Fabia S2000 + 31:24,1 min**
* Platz 1 WRC 2
** Platz 3 WRC 2
Gesamtpunktestand WRC 2 nach Portugal
1. Sepp Wiegand/Frank Christian ŠKODA Fabia S2000 55 Punkte
2. Nicolas Fuchs/Fernando Mussano Mitsubishi Evo X 40 Punkte
3. Yuriy Protasov/Kuldar Sikk Subaru Impreza WRX STi 37 Punkte
Mit Tempo 170 über eisige Waldwege jagen, links und rechts nur kniehohe Schneewälle als Schutz vor den Bäumen dahinter – das ist eine Erfahrung, die aus Bübchen Buben hinterm Steuer macht. Ab sofort zählt auch Sepp Wiegand zu den Highspeed-Akrobaten, die solche Herausforderungen meistern können. Der 22-jährige Pilot im Team ŠKODA AUTO Deutschland und sein 28-jähriger Copilot Frank Christian schließen ihre Schweden-Premiere nach 22 Wertungsprüfungen mehr als nur ordentlich ab: Gesamtrang 13 und wichtige 15 Punkte für die WRC 2-Meisterschaft.
Wieder einmal beweist sich, dass der direkte Wettbewerb auch im Rallyesport die beste Schulstube ist. Dabei kamen der gelernte Mechatroniker und sein Fahrzeugtechnik studierender Copilot nach einem Winter-Rallyetraining für Nicht-Skandinavier durchaus „warmgefahren“ zu ihrer ersten ‚Schweden’. Trotzdem mussten sie speziell am Freitag und auch noch am Samstagvormittag erkennen, dass der extrem hohe Speed und die vielen Rhythmuswechsel beim Winterklassiker mit keiner anderen Rallye in ihrer jungen Karriere vergleichbar sind. Da halfen selbst die frischen Eindrücke von ihrem Klassensieg bei der ebenfalls winterlichen Rallye Monte Carlo Mitte Januar nur wenig.
Erst nach einigen kleineren Umbauten am Setup des absolut fehlerfrei laufenden Fabia S2000 und einigen größeren (Erfahrungs-)Sprüngen im Kopf konnten Wiegand/Christian die Zeiten der vor ihnen platzierten WRC 2-Konkurrenten mitgehen – und ließen dabei sogar ein paar der deutlich stärkeren WRC hinter sich. „Um richtig schnell zu sein, fehlte mir zu Beginn das Selbstvertrauen“, bekennt Wiegand. Die Zeiten belegen seine Selbsteinschätzung: Wurden Prüfungen zweimal gefahren, waren die ŠKODA Piloten oft bis zu einer Sekunde pro Kilometer schneller – und das bei teilweise schlechter gewordenen Pisten. Auch Copilot Frank Christian brummte anfänglich im wahrsten Sinne des Wortes der Schädel: Heftige Kopfschmerzen in Folge eines Infekts sind nicht unbedingt förderlich für punktgenaue Ansagen im Bruchteil einer Sekunde. Aber mit fortschreitender Genesung klappte das zunehmend besser.
Was nach dieser Rallye bei beiden Piloten bleibt, ist das Wissen um vorhandenes Verbesserungspotential und der Wunsch, dieses spätestens bei der nächsten Rallye Schweden eiskalt auszuschöpfen!
Fazit von Nikolaus Reichert, Sportchef bei ŠKODA AUTO Deutschland: "Nach dem Superergebnis bei der Rallye Monte-Carlo eine weitere starke Leistung des talentierten Sepp Wiegand. Bei seinem ersten Einsatz auf dieser schnellsten Rallye der Welt auf durchgängig Eis und Schnee hat er sich in einem anspruchsvollen Konkurrenzumfeld mit einem dritten Platz in der Klasse hervorragend geschlagen. Schließlich waren auch in der WRC 2-Meisterschaft nur zwei Fahrer schneller als Sepp: Beide haben ihm viele Jahre Erfahrung - der eine sogar bereits 19 WM-Läufe - voraus. Gezeigt hat sich vor allem, dass unsere solide Aufbauarbeit Früchte trägt. Dazu zählt insbesondere ein spezielles Eistraining beim Rallye-Urgestein John Haugland. Am meisten hat mich die steile Lernkurve bei Sepp beeindruckt, die sich klar aus den Zeitdifferenzen zwischen den ersten und zweiten Durchgängen der jeweiligen Sonderprüfungen ableiten lässt. Wir sind gespannt auf die Rallye Portugal..."
Endstand der Rallye Schweden:
1. Sébastien Ogier/ Julien Ingrassia VW Polo R WRC 3:11:41,9 h
2. Sébastien Loeb/Daniel Elena Citroën DS3 WRC + 00:41,8 min
3. Mads Ostberg/Jonas Andersson Ford Fiesta RS WRC + 01:24,5 min
4. Jari Latvala/Miikka Anttila VW Polo R WRC + 01:30,6 min
5. Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul Ford Fiesta RS WRC + 05:06,4 min
6. Juho Hänninen/Tomi Tuominen Ford Fiesta RS WRC + 05:43,1 min
7. Martin Prokop/Michal Ernst Ford Fiesta RS WRC + 11:25,4 min
8. Henning Solberg/Emil Axelsson Ford Fiesta RS WRC + 11:52,7 min
9. Evgeny Novikov/Ilka Minor Ford Fiesta RS WRC + 13:04,7 min
10. Yazeed Al Rajhi/Michael Orr Ford Fiesta R S2000 + 16:27,0 min
13. Sepp Wiegand/Frank Christian ŠKODA Fabia S2000 + 20:32,1 min
Rallye Monte Carlo: Wiegand/Christian mit Klassensieg und Platz acht gesamt
„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, schildert ein überglücklicher und überhaupt nicht erschöpfter Sepp Wiegand. Bei der ersten Schlitterpartie über den Col de Turini hatte der ŠKODA Youngster im absolut zuverlässig laufenden Fabia S2000 bei dichtem Schneetreiben sogar ein vor ihm gestartetes WRC auf dem Plateau ein- und überholt. Bei der zweiten Überquerung drehte er – zur Freude der Fans – an gleicher Stelle ungewollt eine Pirouette. Das war es dann aber auch schon mit den Unartigkeiten des ansonsten äußerst diszipliniert agierenden Wiegand. Der 22-jährige Zwönitzer und sein 28-jähriger Copilot aus Oberhausen harmonierten bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz auf Anhieb hervorragend und absolvierten diese für sie komplett neue Rallye vom ersten bis zum letzten Meter clever und durchdacht. Wie souverän sie dabei den Klassensieg holten, zeigt der Abstand auf die Verfolger: In den drei Prüfungen des heutigen Tages konnten sie ihren Vorsprung auf das nächste WRC 2-Team ohne Risiko auf gut sechs Minuten verdoppeln. Eine Leistung, auf die das Team ŠKODA AUTO Deutschland aufbauen will – und das möglichst schon in gut zwei Wochen bei der Rallye Schweden…
Nikolaus Reichert, Sportchef von ŠKODA AUTO Deutschland: „Dieser Erfolg des jungen Sepp Wiegand kann nicht hoch genug eingeschätzt werden: Erste Monte, erster Einsatz mit dem neuen Beifahrer Frank Christian, erste Rallye auf Eis und Schnee und erster Wettkampf über vier Tage in einem hochklassigen Teilnehmerfeld! Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass dieses Resultat auch einer tadellosen Teamarbeit zu verdanken ist: hochmotivierte Mechaniker, engagierte Renningenieure und präzise „Eisspione“ haben diesen Auftakt nach Maß erst möglich gemacht.“
Endstand der Rallye Monte Carlo 2013:
1. Sébastien Loeb/Daniel Elena Citroën DS3 WRC 5:18:57,2 h
2. Sébastien Ogier/ Julien Ingrassia VW Polo R WRC + 01:39,9 min
3. Dani Sordo/Carlos Del Barrio Citroën DS3 WRC + 03:49,0 min
4. Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen Citroën DS3 WRC + 05:26,3 min
5. Mads Ostberg/Jonas Andersson Ford Fiesta RS WRC + 08:13,1 min
6. Bryan Bouffier/Xavier Panseri Citroën DS3 WRC + 12:03,7 min
7. Martin Prokop/Michal Ernst Ford Fiesta RS WRC + 23:27,3 min
8. Sepp Wiegand/Frank Christian* ŠKODA Fabia S2000 + 29:34,5 min
9. Olivier Burri/Guillaume Duval Peugeot 207 S2000 + 35:38,2 min
10. M. Kosciuszko/M. Szczepaniak Mini John Cooper Works WRC + 36:28,0 min
* Sieger in der WRC 2-Wertung
„Mein erster Start bei der berühmtesten Rallye der Welt! Ich kann kaum erwarten, den Helm aufzusetzen“, fiebert Sepp Wiegand dem Start bei der ‚Monte’ entgegen. Los geht es mit dem Shakedown am morgigen Dienstag im französischen Valence. Dort startet am Mittwoch auch die erste Wertungsprüfung. Neben den engen und kurvenreichen Pisten durch die französischen Seealpen selbst stellt auch die Länge der Rallye für den jungen Deutschen eine neue Herausforderung dar. Vier Tage wird es dauern, bis die Teams nach 18 Wertungsprüfungen über insgesamt 468 Kilometer und 1.352 Kilometer Verbindungsetappen das Ziel in Monaco erreichen.
„Wir haben schon beim Aufschrieb gemerkt, dass diese Rallye sehr, sehr hart wird“, zeigt Wiegand Respekt vor der Mutter aller Rallyes. Trainingsrunden im allradgetriebenen Fabia S2000 auf der Eisrennstrecke der Trophée Andros in Val Thorens in der vergangenen Woche dienten ihm und seinem neuen Beifahrer Frank Christian zur Einstimmung auf den erwarteten Mix aus winterlichen Straßenbedingungen. „Das Fahren mit Spikes war eine völlig neue Erfahrung für mich. Die Wahl der richtigen Reifen wird wohl eine der schwierigsten Aufgaben bei dieser Rallye sein“, beschreibt der Ex-Enduro-Pilot eine weitere Herausforderung an sich und das Team ŠKODA AUTO Deutschland.
Insgesamt 84 Teams gehen bei der Rallye Monte Carlo an den Start, darunter acht Teams, die in der für allradgetriebene S2000- und Produktionswagen ausgeschriebenen WRC 2-Wertung um Meisterschaftspunkte kämpfen. Zu den härtesten Konkurrenten von Wiegand/Christian zählen auch die Markenkollegen und neuen ŠKODA Werksfahrer Esapekka Lappi/Janne/Ferm aus Finnland.