Pressestimmen
Motorjournalisten testen Fahrzeuge auf Herz und Nieren. Überzeugen Sie sich selbst, wie die Bewertung der Fachleute für die Modelle von ŠKODA ausfällt. Hier finden Sie eine Auswahl aktueller Testberichte.
 |
AutoZeitung Heft: 17/03
|
Aufholjagd

Motor/getriebe
Frühes
Drehmoment dank
Turbolader
Limousinen, die in Gewicht und Abmessungen die automobile Oberklasse erreichen, verlangen nach adäquater Motorisierung. Elastizität bei niedrigem und kraftvoller Durchzug bei Autobahn-Tempo sind ebenso gefordert wie ökonomischer Kraftstoffverbrauch. Skoda will diesen Anforderungen mit dem bekannten 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbomotor aus dem Konzernregal gerecht werden. Opel installiert in den Signum ein neues 2,2-Liter-Triebwerk mit Benzin-Direkteinspritzung. Der 150-PS-Skoda-Turbo arbeitet angenehm leise und überzeugt durch seinen spontanen Antritt. Schon bei 1750 Umdrehungen steht das maximale
Drehmoment bereit ? das erlaubt schaltfaules Fahren und durchzugsstarkes Beschleunigen insbesondere auf der Autobahn. Hier kann der Skoda auch mit stärkeren Konkurrenten mithalten und erreicht spielend seine Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h. Die Abstufung sowie die Schaltbarkeit des Fünfgang-Getriebes überzeugen ebenso wie der Verbrauch des tschechischen
Riesen: 9,9 Liter Super sind für eine Limousine dieser Größe akzeptabel.
Der neue Opel-Motor zeigt sich nicht so souverän. Der Direkteinspritzer klingt angestrengt und müht sich, den Anforderungen gerecht zu werden. Kann er in den Sprintdisziplinen noch mithalten, so verliert er oberhalb von 130 km/h schnell den Anschluss an den Skoda. Sein Durchzugsvermögen ist für einen 2,2 Liter großen Motor bescheiden, fleißiges Schalten ist angesagt. Das treibt den Spritkonsum auf 10,6 Liter Super pro 100 Kilometer ? trotz Verbrauchsoptimierender Direkteinspritztechnik. Weshalb Opel hier nicht auf die 150-PS-Version des 2,0-Liter-Turbomotors aus dem Saab 9-3 zurückgreift, bleibt unerklärlich, zumal die 175-PS-Variante dieses Triebwerks im Signum 2.0 Turbo Verwendung findet. Im Gegensatz zu einem Turbomotor setzt Opels neuer Direkteinspritzer sei-ne 220 Nm erst bei 3800 Touren frei. Somit geht dieser Kapitelsieg an den Skoda, da sein „alter“ Motor nicht nur leiser arbeitet, sondern wie das Opel-Aggregat auch die EU-4-Abgasnorm erfüllt.
Fahrdynamik
Viel Fahrkomfort, wenig Dynamik
Der Begriff Fahrdynamik scheint bei der Entwicklung beider Autos kaum eine Rolle gespielt zu haben ausgeprägte Karosseriebewegungen kennzeichnen beide Kontrahenten und veranlassen den Fahrer zu eher gesitteter Fahrweise. Doch in Notsituationen, die sich auf einer Teststrecke hervorragend simulieren lassen, zeigen sich Differenzen: Der Skoda ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen: Zu hohes Kurventempo baut er sicher untersteuernd ab. Lastwechselreaktionen oder ein plötzlich ausbrechendes Heck wird ein Superb- Fahrer genauso wenig erleben wie ein spürbar regelndes elektronisches Stabilitätsprogramm. Auf das Eingreifen des abschaltbaren ESP ist der Superb nur auf rutschiger Straße angewiesen. Zusammen mit der ausreichend Rückmeldung vermittelnden Lenkung fühlt sich der Fahrer stets über die Situation informiert. Auch der Signum baut überschüssiges Kurventempo zunächst brav untersteuernd ab, doch erlaubt er sich eine deutlichere Reaktion auf plötzliche Lastwechsel. Dann nämlich drängt das große Heckabteil des Opel nach außen und veranlasst das nicht abschaltbare ESP zum spürbaren Eingriff. Dabei bremst es nicht nur die einzelnen Räder ein, sondern verhindert ebenso die Gasannahme des Motors. So kommt es zu schlechteren Handling- und Slalomzeiten. Die harmonischere
Fahrwerksauslegung des Skoda lässt ihn dieses Kapitel gewinnen trotz der geringfügig höheren Warmbremswerte.
Umwelt/Kosten
Skoda: geringerer Kraftstoffverbrauch
Beide Kontrahenten liefern sich im Kostenkapitel ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Gemeinsam ist ihnen die günstige Versicherungseinstufung bei Haftpflicht und Vollkasko sowie die Schadstoffklassifizierung nach EU-4- Norm. Bedingt durch seinen um 417 Kubikzentimeter kleineren
Hubraum kann der Skoda hier allerdings einen gewissen Kostenvorteil verbuchen. Ein weiteres Plus zu Gunsten des Superb ergibt sich auch bei den Kraftstoffkosten sowie bei der Garantieregelung eine lebenslange Mobilitätsgarantie kann sehr nützlich sein. Da sich bei
Anschaffungs- und Aufpreisen sowie beim
Wertverlust beider Konkurrenten kaum Unterschiede ergeben, reichen die geringen Vorteile zum Kapitelsieg des Skoda.
Fazit
Martin Hube
Der Opel Signum verliert diesen Vergleich aus zwei Gründen: Zum einen fehlt seinem
Fahrwerk der nötige Feinschliff, zum anderen enttäuscht sein neu entwickelter Motor. Das Innenraumkonzept hingegen überzeugt. Der Skoda Superb gefällt vor allem durch seine Ausgewogenheit. Er zeigt keine sportlichen Ambitionen, sondern gibt sich betont komfortabel. Der Turbomotor ist die beste Benzin-Motorisierung für den Superb.